Zentralmongolei

Die Zentralmongolei zählt zu den beliebtesten und meistbesuchten Regionen des Landes. Sie vereint einige der bedeutendsten historischen Stätten und beeindruckendsten Naturwunder im Herzen der Mongolei. Besonders bekannt ist das fruchtbare Orchon-Tal, das sich entlang des Orchon-Flusses erstreckt – eine weite, offene Weidelandschaft, die seit Jahrtausenden von nomadischen Hirten genutzt wird.

Das Kulturlandschaft Orchon-Tal wurde aufgrund seiner einzigartigen historischen und kulturellen Bedeutung von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. In dieser Region finden sich zahlreiche archäologische Überreste aus verschiedenen Epochen, darunter Stätten der frühen Nomadenvölker, Relikte des Großreiches der Mongolen sowie buddhistische Klosteranlagen.

Die Landschaft und die kulturellen Spuren im Orchon-Tal spiegeln die Entwicklung der nomadischen Viehhaltungstraditionen wider, die sich über mehr als 2.000 Jahre erstrecken. Besucher erleben hier eine faszinierende Mischung aus Natur, Geschichte und lebendiger Nomadenkultur.

ATTRAKTION & HIGHLIGHTS:
Karakorum Muesum in Mongolei

Karakorum – Die ehemalige Hauptstadt des Mongolischen Reiches

Karakorum, die legendäre Hauptstadt von Chinggis Khan, wurde im Jahr 1220 im Orchon-Tal gegründet – einem Tal, das heute als UNESCO-Weltkulturerbe gilt. Über 140 Jahre lang war Karakorum das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des riesigen Mongolischen Reiches.

Der Höhepunkt der Stadtentwicklung wurde unter Ögödei Khan, dem Sohn von Chinggis Khan, erreicht. In dieser glanzvollen Zeit lebten hier zahlreiche Kaufleute, Handwerker und Gesandte aus aller Welt, die Karakorum zu einem internationalen Handels- und Begegnungszentrum machten.

Unsere heutigen Kenntnisse über das Leben und die Pracht von Karakorum stammen hauptsächlich aus den Reiseberichten berühmter europäischer und asiatischer Chronisten, darunter William de Rubruck, Plano de Carpini, Rashid ad-Din und Marco Polo. Ihre Aufzeichnungen schildern Karakorum als eine überraschend vielfältige und blühende Stadt im Herzen der Steppe.

Im 14. Jahrhundert verlor Karakorum an Bedeutung, als Khubilai Khan die Hauptstadt nach China verlegte und dort die Yuan-Dynastie gründete. Die Stadt wurde 1379 während eines Angriffs der Ming-Armee schwer zerstört und schließlich 1391 endgültig verwüstet. Heute sind von der alten Stadt noch granite Schildkrötenfiguren zu sehen, die einst die Ecken der Stadtmauer markierten.

Seit 2011 kann man im Karakorum-Museum zahlreiche faszinierende Artefakte aus der Blütezeit der Stadt besichtigen. Die Ausstellung bietet einen spannenden Einblick in die Geschichte und Kultur des Mongolischen Reiches.

karakorum in Mongolei

Erdene Zuu Kloster – das erste buddhistische Kloster der Mongolei

Das Erdene Zuu Kloster wurde im Jahr 1586 auf den Ruinen der alten Hauptstadt Karakorum errichtet und gilt als das erste buddhistische Kloster der Mongolei. Die Anlage ist von einer imposanten, quadratischen Mauer mit 108 Stupas umgeben – jede Seite misst 420 Meter. Der Name Erdene Zuu bedeutet „Kostbarer Herr“ oder „Hundert Schätze“. Heute gehört das Kloster zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Um 1792 war Erdene Zuu ein bedeutendes religiöses Zentrum mit 62 Tempeln und etwa 10.000 Lamas, die hier lebten und studierten. Während der kommunistischen Zeit wurden die meisten Tempel zerstört und viele religiöse Aktivitäten verboten.

Heute bestehen nur noch drei Tempel, ein Stupa und einige kleinere Gebäude. Dennoch ist Erdene Zuu ein aktives Kloster, offen für alle Besucher. Es ist ein besonderer Ort, an dem man die religiösen und kulturellen Traditionen der Mongolei hautnah erleben kann.

Elsen Tasarkhai Sanddünen, Mongolei

Elsen Tasarkhai Sanddüne – „Die Mini-Gobi“ der Zentralmongolei

Die Elsen Tasarkhai Sanddüne ist eine der bekanntesten Natursehenswürdigkeiten der Zentralmongolei. Sie wird oft als „kleine Gobi“ bezeichnet, da sie eine beeindruckende Wüstenlandschaft mitten im grünen Steppenland bietet. Die Sanddüne erstreckt sich über rund 80 Kilometer entlang des südlichen Teils des Khögnö Khan Nationalparks.

Die Hauptstraße zwischen Ulaanbaatar und Karakorum teilt die Dünen in zwei Bereiche:

  • Mongol Els im Süden

  • Khögnö Tarna Els im Norden

In der Umgebung befinden sich zahlreiche gut ausgestattete Touristencamps, die ideale Ausgangspunkte für Kamelritte, Wanderungen und Fototouren sind.

Eingebettet ist die Sanddüne zwischen zwei Bergketten:

  • dem Khögnö Khan Berg im Norden

  • dem Ikh Mongol Berg im Süden

Obwohl es sich um eine Wüste handelt, ist der Sand unter der Oberfläche feucht. Dadurch können hier überraschenderweise Sträucher und Bäume wie Weiden, Ulmen und Hartriegel wachsen. Die Landschaft besteht aus einer abwechslungsreichen Mischung aus Sanddünen, Hügeln, kleinen Wäldern und einem nahegelegenen Fluss – ein einzigartiger Ort, an dem Steppe und Wüste nahtlos ineinander übergehen.

Khögnö Khan Nationalpark in Mongolei

Khögnö Khan Nationalpark – Ein faszinierendes Ökosystem zwischen Steppe und Taiga

Der Khögnö Khan Nationalpark ist eines der vielseitigsten Naturgebiete der Zentralmongolei. Hier treffen zwei unterschiedliche Ökosysteme aufeinander – die weiten Steppen und die nördliche Taiga. Dadurch entsteht eine außergewöhnlich vielfältige Flora und Fauna, in der Arten beider Lebensräume vorkommen. Die eindrucksvollen Granitformationen des Khögnö Khan-Gebirges verleihen der Landschaft eine besondere Schönheit und machen das Gebiet zu einem idealen Ort für Naturfreunde und Wanderbegeisterte.

Das Gebiet wurde 1997 zunächst als Naturschutzgebiet ausgewiesen und 2003 aufgrund seines ökologischen, kulturellen und historischen Wertes zum Naturpark erhoben. Auf relativ kleiner Fläche vereint der Nationalpark eine beeindruckende Landschaftsvielfalt: felsige Gebirge, lichte Wälder, offene Steppen, Gobi-ähnliche Sanddünen und sogar Mineralwasserquellen.

Övgön-Kloster – Ein Ort spiritueller Geschichte

Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Parks gehört das Övgön-Kloster. Es wurde im 17. Jahrhundert von Zanabazar gegründet – dem ersten Bogd Gegen, herausragenden Bildhauer und bedeutendsten buddhistischen Führer der Mongolei. Das Kloster liegt malerisch eingebettet zwischen Felsen und war einst ein wichtiges religiöses Zentrum. Trotz seiner bewegten Geschichte ist es bis heute ein ruhiger, spiritueller Ort, der Besucher mit seiner Atmosphäre aus Kultur und Natur gleichermaßen beeindruckt.

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Khöshöö Tsaidam – Die Monumente von Bilge Khan und Kul Tegin

Die berühmten Bilge-Khan- und Kul-Tegin-Monumente aus dem Jahr 732 befinden sich rund 47 Kilometer nordwestlich von Karakorum im Orchon Tal – einem Teil des UNESCO-Weltkulturerbes Kulturlandschaft Orchon Tal. Diese historische Stätte gilt als eine der bedeutendsten archäologischen Entdeckungen der alt-türkischen Geschichte in der Mongolei.

Hier finden sich beeindruckende Steindenkmäler mit Runeninschriften, eine Steinschildkröte, mehrere menschenähnliche Steinfiguren, Altäre und zahlreiche weitere Relikte. Die Monumente wurden zu Ehren der türkischen Herrscher Bilge Khan und Kul Tegin errichtet, die im 6.–8. Jahrhundert über das Gebiet der heutigen Mongolei herrschten und wichtige Persönlichkeiten der Zweiten Türk-Kaganate waren.

Vor Ort befindet sich außerdem ein modernes Forschungs- und Museumszentrum, das in Zusammenarbeit zwischen mongolischen und türkischen Institutionen gegründet wurde. Die Ausstellung zeigt Originalfunde, Rekonstruktionen sowie multimediale Präsentationen, die einen faszinierenden Einblick in Kultur, Schrift und Geschichte der alten Türk-Völker bieten.

Khöshöö Tsaidam ist ein außergewöhnlicher Ort für alle Besucher, die sich für Archäologie, Nomadenreiche und die frühe Geschichte Zentralasiens interessieren.

Ugii Nuur See

Ögii-See – Naturparadies für Vogelbeobachter und Durchreisende

Der Ögii-See ist ein wunderbarer Ort für Natur- und Vogelliebhaber. Besonders im späten April kommen zahlreiche Zugvögel wie Kraniche, Enten und andere Wasservögel hierher, was den See zu einem beliebten Ziel für Vogelbeobachter macht.
Der See ist außerdem bekannt für seinen fischreichen Bestand sowie die kleinen Käferarten, die an den Ufern vorkommen.

Ögii-See und die nahegelegenen Ruinen von Khar Balgas sind bequem über die direkte Straße zwischen Ulaanbaatar und Tsetserleg zu erreichen. Wenn Sie mit einem eigenen Fahrzeug unterwegs sind, können Sie beide Orte gut im Rahmen eines Tagesausfluges besuchen.

Der Ögii-See eignet sich zudem ideal als Übernachtungsstopp auf der Reise zwischen Ulaanbaatar und Tsetserleg. Vor Ort werden verschiedene Aktivitäten angeboten:
Schwimmen, Sonnenbaden, Reiten sowie Ausritte auf Pferden und Kamelen gehören zu den beliebtesten Erlebnissen. Die ruhige Umgebung und die schönen Landschaften machen den See zudem zu einem perfekten Platz zum Entspannen und Wandern.

Tuvkhun Kloster In Der Mongolei

Tuvkhun Kloster

Das Tuvkhun-Kloster liegt auf einem hohen, bewaldeten Berg am nördlichen Rand des Orchon-Tals und gehört zu den spirituell bedeutendsten Orten der Mongolei. Der erste Bogd Gegen Zanabazar – bedeutender Künstler, Bildhauer und religiöser Führer – ließ diesen Tempel im Jahr 1653 errichten. Über 30 Jahre hinweg arbeitete und meditierte er hier zurückgezogen inmitten der Natur.

Der Aufstieg zum Kloster führt durch einen schönen Wald und bietet unterwegs herrliche Ausblicke über die Täler und Berge der Zentralmongolei. Oben angekommen, erwarten Besucher stille Tempelräume, Felsenhöhlen und die Atmosphäre tiefer spiritueller Ruhe.

Eine der bekanntesten Besonderheiten ist die kleine Höhle hinter dem Tempel, die als „Uterus der Mutter“ bezeichnet wird. Besucher können in diese enge Felsspalte hineinkriechen und auf der anderen Seite wieder hinaussteigen. Dieser symbolische Akt steht für Reinigung, Erneuerung und Wiedergeburt und wird von vielen Pilgern als spirituelles Erlebnis geschätzt.

Das Tuvkhun-Kloster kombiniert beeindruckende Landschaft, Geschichte und buddhistische Tradition und ist ein bedeutender kultureller Höhepunkt im Orchon-Tal, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.

Orkhon Wasserfall in Mongolei

Orchon Wasserfall (Ulaan Tsutgalan)
Der Orchon Wasserfall zählt – neben der Khujirt-Quelle – zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Zentralmongolei. Er liegt im landschaftlich und historisch wertvollen Orchon-Tal, dessen Kulturlandschaft seit 2006 als Nationalpark unter Schutz steht.

Der mächtige Orchon-Fluss ist insgesamt 1.120 km lang und mündet später in den großen Selenge-Fluss. Der Wasserfall selbst, auch Ulaan Tsutgalan genannt, entstand vor rund 20.000 Jahren durch vulkanische Aktivität und starke Erdbeben. Heute stürzt das Wasser etwa 20 Meter in die Tiefe und bietet – besonders nach kräftigen Regenfällen – ein beeindruckendes Naturschauspiel.

Die Umgebung eignet sich hervorragend zum Angeln, Reiten, Radfahren, Wandern und Fotografieren. Mit seinen Basaltformationen, grünen Wiesen und dem rauschenden Wasser gehört der Orchon-Wasserfall zu den beliebtesten Ausflugszielen im Orchon-Tal.

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Heiße Quellen von Tsenkher

Die heißen Quellen von Tsenkher gehören zu den berühmtesten Thermalbädern der Mongolei. Sie liegen auf 1.860 Metern über dem Meeresspiegel in einer malerischen Berglandschaft. Das Wasser stammt aus vulkanischen Aktivitäten tief im Erdinneren und tritt das ganze Jahr über als natürliches, heißes Thermalwasser an die Oberfläche. Da es nicht mit dem Grundwasser vermischt wird, bleibt die Temperatur konstant und angenehm warm.

Mit einem starken Wasserdurchfluss von etwa 10 Litern pro Sekunde sprudeln die Quellen unter natürlichem Druck hervor. Das mineralreiche Wasser – reich an Natriumcarbonat, Hydrogencarbonat, Sulfat, Fluorit und einem geringen Anteil Schwefelwasserstoff – wird traditionell wegen seiner heilenden Wirkung geschätzt. Besonders wohltuend ist es bei Gelenkproblemen, Muskelverspannungen und Erkrankungen des Nervensystems.

Ein besonderes Highlight ist ein nächtliches Bad: Im warmen Pool zu entspannen, während über Ihnen der klare mongolische Sternenhimmel funkelt, gehört zu den beliebtesten Erlebnissen an diesem Ort. Ein unvergleichlicher Moment der Ruhe und Naturverbundenheit.

Terchiin Tsagaan Nuur Nationalpark or Weisse See in Mongolei

Terkhiin Tsagaan Nuur (Weißer See)

Der Terkhiin Tsagaan Nuur – auch „Weißer See“ genannt – ist ein wunderschöner Süßwassersee im Norden der Provinz Arkhangai, unweit des bekannten Khorgo-Vulkankraters. Der See entstand durch einen massiven, rund 40–50 Meter dicken Lavafluss, der sich nach dem Ausbruch des Khorgo und weiterer umliegender Vulkane über das Tal ergoss und das Wasser aufstaute.

Vom Rand des Khorgo-Kraters genießen Besucher einen beeindruckenden Panoramablick über den blauen See, die vulkanischen Formationen und die umliegenden Lavafelder. Der See ist reich an Fischen und ein beliebter Lebensraum für verschiedene Vogelarten. Aufgrund seiner Höhenlage von 2060 Metern bleibt er oft bis in den Mai hinein vollständig zugefroren.

Der Terkhiin Tsagaan Nuur ist ein idealer Ort zum Wandern, Fotografieren, Fischen und Beobachten der vielfältigen Natur – eine der schönsten Naturerlebnisse in Zentralmongolien.