Nordmongolei

Die Nordmongolei – insbesondere die Provinz Khövsgöl – wird oft als die „Schweiz der Mongolei“ bezeichnet. Die Region beeindruckt mit ihren hohen Bergen, dem tiefsten und klarsten See des Landes, dem berühmten Khövsgöl-See, auch bekannt als „Blaue Perle der Mongolei“, sowie mit einer traumhaft schönen Landschaft.

In diesem Gebiet leben zahlreiche ethnische Gruppen der Mongolei. Besonders faszinierend ist das traditionelle Leben der Tsaatan, der Rentierzüchter im nördlichen Taiga-Gebiet. Außerdem finden sich hier viele einzigartige kulturelle, historische und natürliche Sehenswürdigkeiten.

Für Reisende besteht sogar die Möglichkeit, echte Schamanen zu treffen und mehr über ihre spirituellen Traditionen zu erfahren – ein Erlebnis, das nur in dieser Region möglich ist.

ATTRAKTION & HIGHLIGHTS
Khövsgöl See, Mongolie

Khövsgöl-See – der tiefste See Zentralasiens und die 14-größte Süßwasserquelle der Welt – liegt entlang der russischen Grenze. Von den Mongolen wird er hoch verehrt und liebevoll „Mutter“ genannt.

Stellen Sie sich einen 2.760 km² großen Hochgebirgssee vor, dessen Wasser so klar und rein ist, dass man es trinken kann. Im See leben zahlreiche Fischarten, und in seiner Umgebung finden Schafe, Steinböcke, Bären, Elche und über 200 verschiedene Vogelarten ihren Lebensraum.

In der Region leben drei ethnische Gruppen – Darkhad-Mongolen, Buriaten und Tsaatan (Rentierzüchter) – jeweils mit ihren eigenen Traditionen und Lebensweisen.

Wunderschöne 90 Flüsse münden in den Khövsgöl-See, doch nur ein einziger Fluss verlässt ihn: der Egiin Gol, der schließlich in den Baikal-See in Sibirien fließt.

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Darhad-Tal

Das Darhad-Tal liegt etwa 50 km westlich des Khövsgöl-Sees. In dieser weiten, fast unberührten Region befinden sich über 200 kleinere und größere Seen, von denen der Tsagaan-See der bedeutendste ist. Er ist berühmt für seine weißen Fische, die nur in diesem klaren, kalten Bergsee vorkommen. Das Gebiet ist von hohen, dicht bewaldeten Bergen, weiten Mooren und Sumpfgebieten umgeben – eine ideale Landschaft für die traditionelle Rentierzucht.

Hier lebt der Großteil der Tsaatan, einer ethnischen Minderheit, die bis heute als Rentierzüchter in dieser abgeschiedenen Region beheimatet ist. Ihr Lebensstil, ihre Traditionen und ihre enge Beziehung zur Natur sind nicht nur für Reisende, sondern auch für Forscher aus aller Welt von großem Interesse. Aufgrund der schwer zugänglichen Lage konnten sie viele ihrer ursprünglichen Bräuche bewahren. Der Schamanismus, die spirituelle Verehrung der Naturkräfte, ist die wichtigste Glaubensrichtung der Tsaatan und prägt ihr tägliches Leben bis heute.

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Die Menschen in der Khövsgöl-Region praktizieren überwiegend den Schamanismus, und einige der mächtigsten Schamanen des Landes leben in diesem Gebiet. Die schamanischen Rituale beruhen auf dem Glauben, dass der Schamane neben der sichtbaren Welt auch mit vielen unsichtbaren Welten oder Universen interagiert. Der Kontakt mit den Geistern gilt dabei als zentraler Bestandteil seiner Arbeit.

Schamanen wirken täglich, monatlich und jährlich – ihre Rituale bestehen aus poetischen Anrufungen, Musik, rhythmischem Tanz und verschiedenen Formen kreativer Ausdruckskunst. Bis heute bewahren die nordmongolischen Bevölkerungsgruppen der Darkhad, Tsaatan, Hotgoit und Burjaten ihre alten schamanischen Traditionen und halten dieses kulturelle Erbe lebendig.

Hirschsteine in Mongolei

Hirschsteine (Deer Stones)
Weltweit gibt es rund 700 Hirschsteine, von denen etwa 550 in der Mongolei zu finden sind. Die bedeutendste und beeindruckendste Ansammlung dieser einzigartigen Monumente befindet sich in Uushgiin Uvur, wo 14 Hirschsteine auf engem Raum stehen – ein absolutes Muss für jeden archäologisch Interessierten.

Der Hirschstein von Uushgiin Uvur in der Provinz Khövsgöl gilt als der klarste und kunstvollste seiner Art in der Mongolei. Die Steine sind von Norden nach Süden in einer Linie angeordnet. Jeder Stein steht in einem Abstand von 3 bis 20 Metern und besteht aus rötlichem, tetraedrisch geformtem Granit.

Die Gravuren sind beeindruckend detailliert:

  • Hirschfiguren

  • Bogen und Schild

  • Pferd

  • Messer

  • Sonne und Mond

  • Gürtel mit Spiegelriemen

Diese Symbole spiegeln die Weltanschauung, das spirituelle Leben und die sozialen Strukturen der bronzezeitlichen Nomaden wider. Die Hirschsteine gehören zu den faszinierendsten archäologischen Zeugnissen der Mongolei und sind ein bedeutender Teil ihres kulturellen Erbes.

Wandern in mongolei

Uran Togoo – Tulga Uul Naturdenkmal

Der Uran Togoo und Tulga Berg bilden gemeinsam ein nationales Schutzgebiet in der Provinz Bulgan, im Norden der Mongolei. Das Gebiet ist eines der bekanntesten erloschenen Vulkankomplexe des Landes und gehört zu den beliebtesten Natursehenswürdigkeiten in dieser Region.

Die vier Berge des Gebiets tragen Namen, die auf ihre vulkanische Vergangenheit hinweisen und Begriffe aus der traditionellen mongolischen Feuerstelle verwenden.

  • Uran bedeutet „künstlerisch“ – ein Name, den die Mongolen dem Vulkan gaben, weil der perfekt kreisförmige Kraterrand an ein kunstvolles Werk eines Handwerkers erinnert.

  • Tulga, Togoo und Jalavch beziehen sich ebenfalls auf Bestandteile einer traditionellen Herdstelle.

Im Jahr 1995 wurde das Gebiet mit einer Fläche von 5.800 Hektar zum Naturdenkmal erklärt.

Tierwelt des Gebiets

Der Vulkan und seine Umgebung bieten ideale Lebensräume für zahlreiche Tierarten. Hier leben unter anderem:

  • Vögel: Sperlinge, Eulen, Falken, Kuckucke und Wiedehopfe

  • Säugetiere: Hirsche, Argali-Wildschafe, Wildschweine, Wildziegen, Murmeltiere, Ziesel (Gopher) und Steppenhasen

Die Kombination aus vulkanischer Landschaft, bewaldeten Hängen und weiten Grasflächen macht das Uran Togoo – Tulga Gebiet zu einem wertvollen Naturraum und zu einem attraktiven Ausflugsziel für Besucher.

Amarbayasgalant Kloster, Mongolei

Das Kloster gehört zu den vier bedeutendsten Klöstern der Mongolei. Der Bau der Tempel, Türme und weiteren Klostergebäude, der 1737 vollendet wurde, zeugt von der herausragenden schöpferischen Arbeit und der hohen Handwerkskunst jener Zeit. Der architektonische Stil ist überwiegend chinesisch geprägt, weist jedoch deutliche Einflüsse der tibetischen und mongolischen Kunsttraditionen auf.

Dank seiner abgelegenen Lage konnte das Kloster als eines der wenigen in der Mongolei die religiösen Säuberungen der 1930er Jahre überstehen. Dennoch wurden 10 der ursprünglichen 37 Tempel vollständig zerstört. In den letzten Jahren wurde das Kloster mit Unterstützung der UNESCO nahezu vollständig restauriert.