Buddhismus in der Mongolei
Der Buddhismus wurde in der Mongolei insgesamt dreimal eingeführt und verbreitet: erstmals im 6. Jahrhundert, erneut im 13. Jahrhundert und schließlich im 16. Jahrhundert, als er dauerhaft zur dominierenden Religion wurde.
Die Einführung im 16. Jahrhundert
Einer der wichtigsten Gründe für die endgültige Etablierung des Buddhismus war das Wirken von Abtai Khaan, einem der einflussreichsten Militärführer seiner Zeit. Im Jahr 1578 lud er den hochrangigen tibetischen Geistlichen Sonam Gyatso in die Mongolei ein.
Abtai Khaan verlieh diesem geistlichen Führer erstmals den Titel Dalai Lama, was „Ozean der Weisheit“ bedeutet. Auf seine Anordnung hin wurde 1584 das Kloster Erdene Zuu in Karakorum errichtet – das erste und eines der bedeutendsten buddhistischen Klöster der Mongolei.
Blütezeit des Buddhismus
Vom 16. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich der Buddhismus zur vorherrschenden Religion.
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Über 2.000 Klöster wurden im Land errichtet.
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Rund 40 % der männlichen Bevölkerung lebten zeitweise als Mönche.
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Das gesamte Bildungssystem lag in den Händen der Klöster; nur Mönche erhielten Zugang zu höherer Bildung.
Viele hochrangige Lamas wurden sehr einflussreich und verfügten über große wirtschaftliche Macht – einige lebten wie Fürsten und gehörten zur wohlhabenden Elite.
Unterdrückung im 20. Jahrhundert
In den 1930er Jahren begann die kommunistische Regierung der Mongolei unter dem starken Einfluss Stalins mit der gewaltsamen Unterdrückung des Buddhismus.
Innerhalb weniger Jahre wurden:
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etwa 700 Klöster zerstört,
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die Zahl der Mönche von rund 15.000 auf etwa 200 reduziert.
Religiöse Gegenstände aus Gold und Silber wurden in die Sowjetunion gebracht, um eingeschmolzen zu werden. Viele Gläubige bewahrten ihren Glauben jedoch heimlich in ihren Häusern. Einige Lamas vergruben heilige Artefakte, um sie vor der Zerstörung zu schützen.
Bis 1985 hatten lediglich etwa 100 Lamas überlebt. Trotz der Verfolgung prägte der Buddhismus weiterhin die mongolische Kultur, Kunst, Geschichte und das politische Denken.
Wiederbelebung nach 1990
Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus und der Einführung der Demokratie in den 1990er Jahren erlebte der Buddhismus eine starke Wiedergeburt.
Bis heute wurden über 155 Klöster wieder aufgebaut oder neu eröffnet, und der Buddhismus ist erneut ein bedeutender Bestandteil des kulturellen und spirituellen Lebens der Mongolei.






