Morin Khuur – Die Pferdekopfgeige der Mongolen
Die Morin Khuur, auf Deutsch Pferdekopfgeige, ist eines der bedeutendsten nationalen Musikinstrumente der Mongolei und gilt als ein zentrales Symbol der nomadischen Kultur. In der mongolischen Musiktradition nimmt sie einen besonders hohen Stellenwert ein und wird bis heute von Musikern, Wissenschaftlern und Kulturträgern geschätzt und erforscht.
Geschichte & Legenden
Über die Pferdekopfgeige existieren viele Aufzeichnungen, Notizen, Studien und Forschungen, die sich sowohl mit ihrem historischen Ursprung als auch mit den legendären Überlieferungen beschäftigen. Besonders bekannt ist die Legende des Hirten, dessen treues Pferd nach seinem Tod als Melodie in der Morin Khuur weiterlebte – ein Symbol der tiefen Verbindung zwischen Mensch, Natur und Tier.
Bedeutung in der nomadischen Kultur
Die Morin Khuur gilt in der Mongolei als ein ehrwürdiges Familieninstrument. Sie wird in den Ehrenplatz des Hauses gestellt und bei wichtigen Ritualen, Feiern und traditionellen Zeremonien gespielt. Ihr Klang gilt als Ausdruck der weiten Steppe, der Freiheit und des Nomadenlebens.
Spielweise & Stimmung
Die Pferdekopfgeige wird typischerweise in Quinte und Harmonie gestimmt. Die sogenannte Tsakhar-Harmonie – eine besondere Form der „außer-Pitch-Stimmung“ – verleiht ihr den einzigartigen mongolischen Klangcharakter. Viele der schönsten traditionellen Melodien und Harmonien sind der Morin Khuur gewidmet.
Instrumentenbau & moderne Formen
Seit den 1970er Jahren entstanden neben den traditionellen Varianten neue Modelle mit einem vollständig aus Holz gefertigten Resonanzkörper und F-förmigen Schalllöchern, die europäischen Streichinstrumenten ähneln.
Standardmaße moderner Morin Khuur:
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Gesamthöhe: ca. 1,15 m
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Abstand zwischen oberer und unterer Brücke: ca. 60 cm
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Resonanzraum: 8–9 cm Tiefe, oben ca. 20 cm, unten ca. 25 cm Breite
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Klangstärke hochwertiger Instrumente: bis zu 85 dBA
Die obere Brücke kann individuell an die Handgröße jüngerer oder kleinerer Spieler angepasst werden.
Bogendarmsaiten aus Roßhaar
Die Saiten und der Bogen der Morin Khuur bestehen traditionell aus Roßhaar, vorzugsweise von weißen Hengsten. Die Qualität des Klangs hängt stark von der sorgfältigen Auswahl und Vorbereitung dieser Haare ab – was zu deutlichen Qualitätsunterschieden führen kann.
UNESCO-Weltkulturerbe
Im Jahr 2003 wurde die Morin Khuur von der UNESCO als Meisterwerk des mündlichen und immateriellen Kulturerbes der Menschheit ausgezeichnet. Diese Anerkennung unterstreicht ihre kulturelle Bedeutung und ihren einzigartigen Platz in der Musikgeschichte Zentralasiens.







