DIE RENTIERNOMADEN – TSAATAN
Die Tsaatan gehören zu den letzten Rentiernomaden weltweit. In der Mongolei leben heute nur noch wenige Familien – ihre traditionelle Lebensweise ist vom Aussterben bedroht. Der Name „Tsaatan“ stammt vom mongolischen Wort „Tsaa“, das Rentier bedeutet. Ethnisch gehören sie zu den Tuwa, einer Gruppe mit Wurzeln in Russland.
Traditionelle Lebensweise
Die Tsaatan leben in Tipis, die aus zusammengebundenen Birkenstangen bestehen und mit weißen Stoffplanen abgedeckt sind – früher wurden dafür Rentierfelle verwendet. Diese Zelte erinnern an die traditionellen Behausungen nordamerikanischer Indigener.
Das Rentier steht im Mittelpunkt ihres Lebens. Fleisch wird nur sehr selten gegessen, denn die Tiere sind für Transport, Milch und Überleben zu wertvoll. Stattdessen ernähren sie sich überwiegend von Wild, besonders Murmel- und Hirschfleisch, das sie auch Gästen anbieten. Dazu kommt Fischfang, besonders im Winter: Wenn sie in der Waldzone lagern, schlagen sie Löcher ins Eis, um an Wasser und Fische zu gelangen.
Jahreszeitliche Wanderungen
Die Tsaatan folgen einem halbnomadischen Lebensrhythmus, der mit dem Wohlergehen der Rentiere verbunden ist:
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Frühjahr (ab April): Sie verlassen die Wälder und ziehen in die offenen, flacheren Regionen südlich des Schischigt-Flusses, wo die Herden kalben und ausreichend Nahrung finden.
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Sommer: Wegen der starken Mückenplage ziehen sie in die höher gelegenen Berge oberhalb der Baumgrenze.
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Herbst & Winter: Die Gruppen kehren in die Wälder zurück, wo das Klima geschützter ist und Fischfang möglich bleibt.
Insgesamt wechseln die Tsaatan mindestens fünfmal im Jahr ihr Lager.
Begegnungen mit den Tsaatan
Reisende, die diese einzigartige Kultur kennenlernen möchten, können die Tsaatan im Sommer in der Region des Khövsgöl-Sees antreffen. Dort leben einige Familien in zugänglicheren Sommerlagern.







