Landkarte der Mongolei – Geschichte der mongolischen Kartographie
Die Entwicklung der Kartographie in der Mongolei blickt auf eine lange und bemerkenswerte Geschichte zurück. Schon früh versuchten mongolische Herrscher, Stämme und Gelehrte, das weite Territorium und seine geographischen Besonderheiten systematisch zu erfassen.
Frühe Karten und erste Aufzeichnungen
Historische Quellen der Kidan-Dynastie vermerken, dass bereits 1179 die erste bekannte Karte der mongolischen Nation erstellt wurde. Diese frühen Darstellungen dienten vor allem politischen und militärischen Zwecken.
Auch für das 13. Jahrhundert sind wichtige Karten überliefert:
Geschichtliche Aufzeichnungen erwähnen eine Karte der Heimat des Borjigin-Stammes, welche die Einzugsgebiete von Onon- und Kherlen-Fluss zeigt und um 1250 datiert wird. Sie war eng mit der Herkunft und Machtbasis von Chinggis Khan verbunden.
Karten des 18. Jahrhunderts
Aus dem frühen 18. Jahrhundert sind mehrere wertvolle Karten erhalten:
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1722: Eine umfassende Karte der mongolischen Provinzen, Regionen, Grenzsteine, Wachposten und Straßen wurde angefertigt.
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1737: Eine detaillierte Stadtregionskarte von Uliastai entstand, die heute im Nationalarchiv der Mongolei aufbewahrt wird.
Diese Karten wurden auf Leinwand oder Papyrus gezeichnet und folgten einem standardisierten Farbsystem:
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Rot & Schwarz – Grenzen, Wachposten
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Gelb – Straßen
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Blau – Wasser
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Rosa – Sand- und Dünengebiete
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Grün – Wälder und Weideflächen
Interessant ist, dass Städte, Klöster und Siedlungen besonders realitätsnah dargestellt wurden – ein wichtiger Schritt in Richtung moderner Kartographie.
Institutionalisierung der Kartographie (20. Jahrhundert)
Mit der politischen Neuordnung der Mongolei im 20. Jahrhundert begann die wissenschaftliche Kartographie:
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1924: Gründung der Geographischen Abteilung beim Scripture and Sutra Institute of Mongolia. Hier startete das erste offizielle nationales Kartenprojekt.
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1930: Das neu gegründete Map Cabinet beim Department of Land Administration zeigt, wie wichtig die mongolische Regierung die systematische Vermessung und Kartierung des Landes nahm.
Ein bedeutender Beitrag kam vom russischen Geographen A. D. Simukov, der in der Geographischen Abteilung arbeitete und maßgeblich zur Entwicklung der modernen mongolischen Kartographie beitrug.







