DIE GOBI-WÜSTE
Viele Reisende träumen davon, unter dem weiten Himmel der mongolischen Gobi-Wüste spazieren zu gehen. Sie möchten ihre Fußspuren in jenem Sand hinterlassen, der seit Jahrtausenden unzählige Geschichten birgt. Geleitet von wissenschaftlichen Erkenntnissen, die nahelegen, dass die mongolische Gobi einer der Ursprungsorte früher Menschen gewesen sein könnte, zieht es Besucher aus aller Welt nach Asien.
Die Gobi ist die größte Wüste Asiens und die fünftgrößte der Welt. Sie umfasst die südliche Hälfte der Mongolei und die nördlichen Regionen Chinas. Im Norden wird sie vom majestätischen Altaigebirge und der mongolischen Steppe begrenzt, im Südwesten vom tibetischen Hochland und im Südosten vom chinesischen Lössplateau.
Seit der Antike war die Gobi ein Gebiet von großer Bedeutung: Entlang der legendären Seidenstraße entstanden zahlreiche Siedlungen, die Asien und Europa miteinander verbanden.
Weltberühmte Entdeckungen – Dinosauriereier & Fossilien
Die dritte Zentralasien-Expedition des amerikanischen Forschers Roy Chapman Andrews (1920er-Jahre) machte die Gobi weltberühmt, als in Bajanzag (Flaming Cliffs, Provinz Umnugobi) erstmals fossile Dinosauriereier entdeckt wurden. Dies bewies erstmals wissenschaftlich, dass Dinosaurier Eier legten.
Auch die Region Nemegt in der südlichen Gobi ist für ihre zahlreichen Fossilien seltener Dinosaurierarten bekannt. Viele der spektakulärsten Funde, die die Welt über die Lebensformen der Urzeit staunen ließen, stammen von hier.
Andrews hoffte zudem, Spuren früher Menschen zu finden – und tatsächlich gelang der Fund steinzeitlicher menschlicher Überreste an den Klippen von Bajanzag. Diese sogenannte Bajanzag-Siedlung wurde zu einem der bedeutendsten prähistorischen Fundorte der Mongolei.
Geologie, Meteoriten & der „Kessel der Gobi“
Der japanische Forscher Prof. Matsui Takafumi vermutete, dass ein großer Einschlagskrater („Kessel“) in der südlichen Gobi der älteste seiner Art auf der Erde sein könnte. Seine Form ähnelt Meteoritenkratern auf dem Mars – ein Aspekt, der die Region für vergleichende planetare Forschung besonders spannend macht.
Eine Landschaft voller Wunder
Träume von riesigen Dinosauriern, urzeitlichen Ozeanen und endlosen Wüstenlandschaften lassen viele Besucher Jahr für Jahr in die Gobi reisen – und noch für viele Generationen wird diese Region Menschen in ihren Bann ziehen.
Die Gobi liegt auf einer Höhe von 200–1000 m und ist bekannt für ihre extremen Temperaturunterschiede:
-
+40°C im Sommer
-
–40°C im Winter
Entgegen der verbreiteten Vorstellung besteht die Gobi nicht nur aus Sand! Tatsächlich bestehen nur etwa 3 % aus Sanddünen. Die übrigen Flächen sind:
-
weite blumige Steppen
-
felsige Plateaus
-
lehmige Ebenen
-
Ton- und Steinwüsten
-
Salzsümpfe
-
vereinzelte Oasen
-
Saxaul-Wälder
Die Mongolei unterscheidet 33 verschiedene Arten von Gobi, jeweils mit eigenen klimatischen und geografischen Merkmalen.
Ein Schatz der Flora & Fauna
Die Gobi beherbergt ungefähr 60 % der asiatischen Wildtiere Mongoliens, darunter viele extrem seltene Arten, die der WWF als besonders schützenswert einstuft.
Einige Besonderheiten:
-
Saxaulpflanzen und Populus diversifolia in Oasen, deren Lebensdauer von Forschern auf bis zu eine Million Jahre geschätzt wird.
-
Zahlreiche endemische Tierarten – viele vermutlich noch unentdeckt.
-
Fortlaufende Forschung zu evolutionären Entwicklungen alter Tierarten.
Eine legendäre Kreatur der Wüste ist der Mongolische Todeswurm („Darmwurm“), ein reptilienähnliches Wesen, das zwar bis heute nicht wissenschaftlich nachgewiesen ist, aber tief in der Folklore der Region verankert bleibt.
Forschung, Geheimnisse & unendliche Geschichten
Seit Andrews’ Expeditionen haben zahlreiche russische, chinesische und internationale Teams die Gobi erforscht. Doch die Geheimnisse dieser einzigartigen Naturlandschaft sind bis heute nicht vollständig gelüftet.
Die Gobi ist ein Ort, der seit Millionen Jahren Geschichten der Erde speichert – ein lebendiges Museum der Evolution, das Wissenschaftler, Abenteurer und Reisende gleichermaßen fasziniert.
Ein Weltnaturwunder
National Geographic wählte die Gobi zu einem der besten Abenteuerreiseziele der Welt.
Die Flaming Cliffs (Bajanzag), berühmt für die ersten gefundenen Dinosauriereier, werden oft zu den Naturwundern der Welt gezählt.
Zwischen Naturschutz & Bergbau
In der südlichen Gobi befinden sich heute bedeutende Vorkommen an natürlichen Ressourcen. Mongolische Entscheidungsträger suchen Wege, wirtschaftliches Wachstum zu ermöglichen und gleichzeitig die einzigartigen Landschaften, Tierarten und historischen Werte zu schützen.
Die Welt erwartet, dass die Mongolei diesen Schatz – die Gobi – bewahrt, während sie ihre Ressourcen verantwortungsbewusst nutzt.







