MONGOLEI SCHAMANEN REISEN
Eine Begegnung mit uralten Traditionen und spiritueller Naturverbundenheit
Der Schamanismus zählt zu den ältesten spirituellen Traditionen der Mongolei. Noch bevor sich buddhistische Klöster oder religiöse Spezialisten wie Mönche verbreiteten, lebten die Nomaden eine animistische Volksreligion, die eng mit der Natur und ihren Kräften verbunden war.
Im Mittelpunkt stand die Vorstellung, dass Berge, Flüsse, Seen, Tiere, Pflanzen – ja selbst Dinge des Alltags – von Geistern und Naturgottheiten bewohnt sind. Durch verehrende Rituale, Lieder, Gebete und Opfergaben suchte man deren Schutz und Unterstützung. Diese Glaubenswelt wurde über Jahrhunderte mündlich überliefert und prägt bis heute das spirituelle Leben vieler mongolischer Volksgruppen.
Weltbild des mongolischen Schamanismus
Die mongolische Volksreligion beruht auf dem tiefen Glauben, dass die diesseitige Welt und die Geisterwelt untrennbar miteinander verbunden sind. Es gibt keine festen Glaubensgrundsätze, keine Institutionen und keinen herrschenden Gott. Stattdessen existiert eine Vielzahl von Geistern, Ahnenseelen und Naturmächten, die in verschiedenen Ebenen oder Welten leben – sowohl hilfreiche Wesen als auch böse Dämonen.
Zum Alltag gehören kleine Rituale wie Getränkeopfer, zeremonielle Opfergaben oder Schutzgebete. Diese Traditionen symbolisieren Respekt gegenüber der Natur und sollen Harmonie in Familie, Gemeinschaft und Umwelt erhalten.
Die Rolle des Schamanen
Im Zentrum steht der Schamane – im Mongolischen „Böö“ (männlich) oder „Udgan“ (weiblich). Der Begriff gelangte über das Russische aus dem tungusischen Wort „Schaman“ nach Europa.
Schamanen gelten als Mittler zwischen den Welten. Durch Rituale, Trance, Trommeln und Gesänge können sie:
-
mit Geistern kommunizieren
-
in verschiedene spirituelle Welten reisen
-
Harmonie zwischen Mensch, Natur und Ahnen wiederherstellen
-
Krankheiten heilen
-
Unglück abwenden
-
Ratschläge für wichtige Lebensentscheidungen geben
Traditionell tragen sie Verantwortung für das Wohlergehen ihrer Gemeinschaft. Viele Schamanen leben jedoch heute ein ganz normales Berufsleben – sie sind Nomaden, Mechaniker, Lehrerinnen oder Büroangestellte und praktizieren ihre Fähigkeiten nebenbei.
Schamanismus in der Mongolei heute
Vor allem im Norden der Mongolei, rund um den Khövsgöl-See, ist der Schamanismus bis heute lebendig. Die Volksgruppen Darkhad, Tsaatan (Rentierhirten), Hotgoit und Burjaten bewahren die alten Traditionen in besonders intensiver Form. In diesen Regionen finden sich einige der mächtigsten und angesehensten Schamanen des Landes.
Schamanenbesuche während Ihrer Reise
Während einer Reise durch die Mongolei haben Besucher gelegentlich die Möglichkeit, eine Schamanenfamilie zu treffen und an einer kleinen Zeremonie teilzunehmen. Dies bietet einzigartige Einblicke in:
-
traditionelle Rituale
-
schamanische Weltanschauung
-
alte Heilmethoden
-
die tiefe Naturverbundenheit des nomadischen Lebens
Ein Besuch bei einem Schamanen ist stets freiwillig, respektvoll organisiert und kulturell sensibel begleitet.







