Hunnen-Imperium
Nachdem die Sarmaten unterworfen und assimiliert worden waren, beherrschten die Reiternomaden der Hunnen zwischen dem 4. und 2. Jahrhundert v. Chr. große Teile Zentralasiens. Ihrem Verband gehörten mindestens 25 Stämme an. Vieles spricht für eine Herkunft aus der heutigen Mongolei sowie den angrenzenden Gebirgsregionen des Altai und Sajan.
Beziehungen zu China und der Bau der Chinesischen Mauer
Die Hunnen unternahmen häufig Einfälle in die südlich gelegenen chinesischen Staaten, deren Bewohner vom Ackerbau und Handel lebten. Nicht zufällig fällt der Beginn des Ausbaus der Chinesischen Mauer in diese Zeit, bei dem bestehende Befestigungen verbunden und verstärkt wurden.
Diese Mauern bildeten jedoch nie ein unüberwindbares Hindernis, sondern markierten vielmehr eine Kulturgrenze zwischen den Nomaden der kalten Hochebene und den sesshaften Bauern und Händlern des fruchtbaren Tieflands.
Trotz der Konflikte gab es einen intensiven Austausch:
-
Die Nomaden lieferten Felle, Wolle und Pferde,
-
im Gegenzug erhielten sie Getreide, Töpferwaren und Seide.
Sogar der Mondkalender aus China wurde übernommen. Zeitweise verschaffte sich die chinesische Grenzbevölkerung durch sogenannte „Geschenke“ Ruhe – allerdings nie von Dauer.
Militärische Stärke und frühe Staatsstrukturen
Die Überlegenheit der Hunnen beruhte auf ihrer herausragenden Bewaffnung, Reittechnik und Kriegführung. In ihrer Gesellschaft zeigten sich bereits Elemente eines frühen Staatswesens mit einheitlichen Gesetzen und festgelegten Strafen.
Zerfall des Reiches
Im 1. Jahrhundert n. Chr. gelang es China, das Hunnenreich zu spalten und die Bevölkerung aus den nördlichen Teilen der Gobi zurückzudrängen. Das Reich zerfiel in zwei Teile:
-
Der südliche Teil unterwarf sich dem chinesischen Kaiser und wurde umgesiedelt,
-
der nördliche Teil wurde nach langen Kämpfen im 2. Jahrhundert von den chinesischen Xianbei endgültig besiegt.
In der Mongolei entstand daraufhin ein rund 250 Jahre andauerndes Machtvakuum.
Folgen für die Weltgeschichte
Die heutige Forschung geht davon aus, dass das spätere Auftauchen der Hunnen in Europa im 5. Jahrhundert eine Spätfolge dieser Konflikte und Wanderungsbewegungen war.







