Frühe Traditionen mongolischer Festkultur
Die Ursprünge der mongolischen Feste reichen rund zweitausend Jahre zurück. Bereits in der Zeit der frühen nomadischen Reiche dienten Feierlichkeiten dazu, militärische Stärke zu demonstrieren, Stammesbündnisse zu stärken und wichtige Ereignisse zu ehren. Besonders im 13. Jahrhundert, mit der Gründung des Sitzes des Mongolischen Reiches unter Dschingis Khan und seinen Nachfolgern, entwickelten sich diese Feste weiter und erhielten größere politische und soziale Bedeutung.
Das Khalkh Doloon Khoshuu Festival
Das Khalkh Doloon Khoshuu Festival entstand im 15. Jahrhundert, während der Periode der Fragmentierung des Mongolischen Reiches. Batmonkh Dayan Khans jüngster Sohn, Gersenz Jalair Khuntaij, herrschte damals über 13 Khalkha-Stämme. Später wurden diese Stämme unter seinen sieben Söhnen aufgeteilt, wie in der historischen Schrift „Erdeniin Erkh“ des Gelehrten Gandan Tuslagch erwähnt.
Die Häuptlinge dieser sieben Stämme pflegten die Tradition, sich jeden Sommer an einem bestimmten Ort zu versammeln, um über Angelegenheiten wie Bevölkerung, Territorien und Viehbestand zu beraten. Im Rahmen dieser Treffen organisierten sie auch die drei Männerspiele – Ringen, Pferderennen und Bogenschießen. Aus dieser Praxis entwickelte sich das „Doloon Khoshuu Danshig“-Fest, ein direkter Vorläufer des heutigen Naadam.
Der Sieg der Volksrevolution von 1921 und die Entstehung des Nationalen Naadam-Festes
Das moderne Naadam-Festival entstand als landesweite Feier zur Ehrung des Sieges der Volksrevolution von 1921 und der Gründung des unabhängigen mongolischen Staates. Am 7. Juli 1921 wurde erstmals ein großes nationales Naadam veranstaltet.
Von diesem Zeitpunkt an erhielten die drei Männerspiele einen offiziellen Status und wurden zum Kern des neuen staatlichen Festivals. Ein vom Staat eingesetztes Naadam-Komitee übernahm die Organisation. Außerdem entstand die Tradition, den besten Athleten Preise, Titel und Medaillen zu verleihen.
Im Jahr 1924 wurde das Gesetz zur Feier des Naadam-Festes ratifiziert. Gleichzeitig wurde beschlossen, das nationale Festival jährlich am 11. und 12. Juli, anlässlich des Jahrestages der Volksrevolution, zu veranstalten.
Das Mongolische Nationalfestival Naadam
Mit dem am 19. Juni 2003 verabschiedeten Gesetz über das Nationale Naadam-Festival wurde die Feier des Nationalfeiertages modern geregelt und im ganzen Land vereinheitlicht. Seit dieser Ratifizierung finden die traditionellen Pferderennen des großen Naadam-Festes auf dem weit bekannten Gelände von Khui Doloon Khudag statt – einem zentralen Austragungsort für die Naadam-Pferderennen.







