Aktuelle Situation der Religionen in der Mongolei – Überblick
In der Mongolei bekennen sich heute über 1,9 Millionen Menschen zu einer Religion. Rund 53 % dieser Gläubigen praktizieren den tibetischen Buddhismus, der seit Jahrhunderten die kulturelle und geistige Identität des Landes prägt. Weitere religiöse Gruppen sind:
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Schamanismus: 2,9 %
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Islam: 3,0 %
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Christentum: 2,1 %
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Andere Religionen: 0,4 %
Etwa 38 % der Bevölkerung bezeichnet sich als atheistisch, was teils auf die sozialistische Periode (1921–1990) zurückgeht, in der religiöse Praktiken stark eingeschränkt waren.
Hintergrund der Erhebungen
Die Religionsstatistiken basieren auf regelmäßigen Umfragen, die seit 1994 alle zehn Jahre vom Philosophischen Institut der Mongolischen Akademie der Wissenschaften (MAW) in Zusammenarbeit mit der Nationalen Universität der Mongolei (NUM) durchgeführt werden. Ziel dieser Untersuchungen ist es, die religiöse Struktur und Entwicklung der Bevölkerung wissenschaftlich zu erfassen.
Die neueste umfassende Erhebung fand zwischen 2015 und 2017 statt. Ihr Abschlussbericht befindet sich derzeit in der Ausarbeitung.
Entwicklung seit den 1990er Jahren
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1994 gaben rund 70–80 % der Befragten an, eine Religion auszuüben.
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In späteren Erhebungen zeigte sich ein Anstieg der atheistischen Bevölkerung auf etwa 30 %.
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Gleichzeitig nahm der Anteil der Buddhisten leicht ab, während die Zahl der Menschen, die andere Religionen praktizieren, moderat zunahm.
Wichtig ist, dass alle genannten Werte auf Stichprobenbefragungen beruhen und daher nicht die Gesamtbevölkerung vollständig abbilden.
Kurzfazit
Die Mongolei ist heute religiös vielfältig, mit dem Buddhismus als klar dominierender Tradition, gefolgt von alten schamanistischen Glaubensformen, dem Islam im Westen des Landes und kleineren christlichen Gemeinden. Gleichzeitig bleibt ein großer Teil der Bevölkerung konfessionsfrei. Die Entwicklungen seit den 1990er Jahren zeigen eine wachsende religiöse Vielfalt und einen zunehmenden Einfluss persönlicher und moderner Lebensanschauungen.







